Baunatal | Stadtmarketing Eigentlich war Daniel Galmarini mit seiner Facebookanfrage an mich, der Auslöser für die kleine Reihe auf dem Baunatal.Blog zur Kultur- und Kreativszene unter Pandemiebedingungen in Baunatal. Jetzt hat es endlich geklappt und ich habe mich mit Daniel zu Hause getroffen. Vielen ist er wahrscheinlich als Keyborder von No Limit bekannt…

Hallo Daniel, deine musikalische und echte Heimat war ja für lange Zeit Fulda – was hat dich nach Baunatal gebracht?

Wie bei so vielen Menschen die Liebe – wir haben uns 2017 entschieden, uns hier in Baunatal, wo ja meine Frau herkommt, einzunisten. Davor bin ich viele Jahre hin -und hergependelt. Für mich als Musiker ist es fast egal, wo ich wohne – zu den Gigs und Studiosessions muss ich sowieso anreisen. Und Katja ist hier verwurzelt, hat ihren Job und wir haben unseren kleinen Sohn…

Wir sind gerade in der dritten Welle und wieder im Lockdown – fehlt dir die Bühne oder geht es dir wie auch anderen Kreativen, die die Zeit ohne „Hamsterrad“ auch genießen können?

Da bin ich echt gespalten. In der Zeit vor Corona habe ich an 5 Tagen in der Woche Klavier- und Keybordunterricht gegeben und 70 Gigs im Jahr gespielt. Da blieb wirklich kaum Zeit für andere Sachen. Von daher habe ich, gerade im ersten Lockdown auch die plötzlich gewonnene Zeit als Geschenk angesehen. Und für kreative Prozesse wie das Komponieren oder Texten musst du den Kopf frei haben.
Aber natürlich ist der finanzielle Druck als Soloselbstständiger in der Kulturbranche riesig – ich habe keine staatliche Unterstützung erhalten, zum Glück konnte ich weiterhin, auch Online, meine Schüler unterrichten. Und natürlich fehlt der emotionale Kick auf der Bühne mit Publikum.

Daniel Gamarini, Baunatal Blog, Interview, Dirk Wuschko
Daniel Gamarini unterrichtet Klavier und Keyboard

Ist das Online-Unterrichten auch für die Zukunft eine Option? Viele Kids lernen ja schon alles auf Youtube…

Es war sehr unterschiedlich, was bei den Schülern funktioniert hat und was nicht. Die Schüler, die schon sehr weit auf dem Instrument sind, hatten wenig Probleme, ich muss da auch technisch nicht viel korrigieren. Wenn Schüler noch nicht soweit sind, wird es schwieriger: Du musst eine Stelle auch mal parallel mitspielen um zu zeigen, wie das klingen muss oder wie es rhythmisch ist. Das ist bei der Zeitverzögerung im Netz aber eigentlich nicht machbar. Dazu kommt, dass ja das Musizieren und der Liveunterricht auch eine zutiefst emotionale und soziale Komponente hat – die ist bei digitalem Unterricht ziemlich eingeschränkt.

Du hast ja zunächst Musik/ Deutsch/ Englisch auf Lehramt studiert und nach dem ersten Staatsexamen beschlossen, es nicht weiterzumachen, sondern deinen Weg als Musiker weiterzugehen. Bist du jetzt in dieser unsicheren Coronazeit noch überzeugt davon, dass es richtig war nicht klassisch Lehrer zu werden?

Klar habe ich darüber nachgedacht, ob es mir in einer Schule nicht besser gehen würde. Und sofort hat mein Bauch NEIN gesagt. Finanzielle Sicherheit ist auch von meiner Persönlichkeitsstruktur her eigentlich wichtig, aber meine Freiheitsliebe ist größer. Bei mir sind Leben und Job eins. Schon als Jugendlicher mit 14 Jahren habe ich mit meinem Bruder die erste Band gegründet. Und das Geld für den Mopedführerschein habe ich in ein E-Piano investiert. Seitdem wollte ich eigentlich nichts anderes mehr, außer Musik machen und bis heute hat das ja auch alles ganz gut geklappt.

Die Band „Mercury Falling“ mit Deinem Bruder Tobias war über eine lange Zeit im Progressive Metal erfolgreich unterwegs und hat seinen eigenen WIKI Eintrag Macht ihr weiter nach der Coronazeit?

Nein, ich glaube die Zeit ist jetzt vorbei. Mit der Band waren wir natürlich auf ein bestimmtes Genre festgelegt – in dem was ich jetzt komponiere bewege ich mich ganz wo anders. Aber das ist ja auch das spannende an der Musik: wir können uns als Musiker einfach immer weiterentwickeln, neue Einflüsse aufnehmen, einen anderen Weg gehen. Trotzdem liebe ich es, in Bands wie No Limit Coversongs zu spielen. Seit 2005 bin ich dabei, das ist ehrliches Handwerk und super viel Spaß mit den Musikern und den Fans. Und mit jedem neuen Coversong lerne ich was über gut gemachte Pop- und Rockmusik, wir spielen ja die erfolgreichen Songs. Das fließt auch in meine eigene Musik ein, wie auch viele andere Einflüsse aus dem Jazz oder auch der Klassik.

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Hast du aktuell ein neues, eigenes Projekt am Start und wie geht´s weiter nach den Lockdowns?

Ich habe die viele freie Zeit wirklich zum Komponieren und Texten genutzt und viel Material wartet auf die Umsetzung. Unter anderem hat gerade Michael Holderbusch einen Song eingesungen. Es ist gerade sehr spannend, aber auch noch nicht ganz klar, ob und wie ich das produziere und auf die Bühne bringe.  Wenn wir wieder normale Zeiten haben, freue ich mich auf die Liveauftritte mit Bands wie No Limit aber auch auf meine eigene Band mit meinen Songs. Und Unterricht für Keybord und Klavier habe ich ja auch in der Pandemiezeit gegeben und werde das auch weiter machen. Die nächsten Generationen mit dem Musiker-Gen zu infizieren ist eine Passion und hilft mir auch, mein freies Musikerleben zu finanzieren.

Daniel Gamarini, Baunatal Blog, Interview, Dirk Wuschko
Echter Fan der US-amerikanische Metal-Band W.A.S.P. – von der Band sammelt Daniel alles, was er in die Hände bekommt…

Daniel Galmarini unterrichtet Klavier und Keyboards für alle Altersgruppen und für Anfänger und Fortgeschrittene.
Hier findet Ihr die Infos dazu:
https://www.daniel-galmarini.de/

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Text und Foto (V.i.S.d.P)
Stadtmarketing Baunatal GmbH
Dirk Wuschko
Friedrich-Ebert-Allee 8a, 34225 Baunatal
www.baunatal-bewegt.de

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