Baunatal | Baunataler Nachrichten Die Fütterung von Vögeln zur Winterzeit hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Auch wenn die Vögelfütterung im Winter von vielen Vogelfreunden kontrovers diskutiert wird und die Fütterung für den Artenschutz letztendlich nur einen kleinen Beitrag leisten kann, da nur einige Vogelarten erreicht werden, ist eine Vogelfütterung im gesamten Winterhalbjahr durchaus zu empfehlen.

Experten sind der Meinung, dass bedauerlicherweise in der Natur nicht mehr überall genügend Nahrungsquellen vorhanden sind. Daher kommt es oft im Winter auch außerhalb von Frostperioden zu Nahrungsengpässen für die Wildvögel.

Wer die Wildvögel in der kalten Jahreszeit mit Nahrung versorgen möchte, sollte nicht zu spät mit der Fütterung beginnen. Damit die Vögel die Futterplätze bereits kennen, wenn es draußen sehr kalt ist und in der Natur kaum mehr Nahrung vorhanden ist, ist eine frühzeitige Anfütterung sinnvoll. Hieß es früher, dass die Fütterung der Wildvögel während der Jungenaufzucht über den Winter hinaus im Frühjahr eher schädlich sei, so wird heute sogar die Versorgung der Altvögel während dieser Zeit mit Futter empfohlen, da diese gern auf das leicht zu beschaffene Futter zurückgreifen, um bei Kräften zu bleiben und ihren Nachwuchs besser mit der in der Natur gesammelten Nahrung versorgen zu können. Allerdings müsse hier, so die Experten, die Nahrung an die geänderten Bedingungen angepasst werden, so dass den Jungvögeln nicht geschadet werde.

Grundsätzlich gilt: Wenn gefüttert wird, muss dies unbedingt zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und mit geeignetem Futter geschehen. Unsachgemäße Fütterung schadet den Tieren mehr als gar keine Fütterung. Zudem darf das Vogelfutter nicht nass werden. Um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden, muss ein klassisches Futterhaus täglich gereinigt werden. Alter-nativen dazu sind Futtersäulen.

Wichtige Grundsätze für die Fütterung

Wichtig ist die Fütterung mit artgerechtem Futter, so sollen z.B. kein Brot oder Speisereste verfüttert werden, ebensowenig Futter, das Feuchtigkeit enthält und im Winter gefrieren kann. Diese enthalten Salz und andere Gewürze. Brot quillt im Magen und bei feuchter Witte-rung auf und kann Nährboden für Bakterien und Pilze sein. Obst sollte im Winter nur in kleinen Mengen aus-gelegt werden. Experten empfehlen zudem, bei der Herstellung eines Futterbreis auf salzhaltiges Fett zu verzichten. Wichtig ist, regelmäßig in kleinen Mengen vormittags und nachmittags zu füttern, überschüssiges Futter nach gegebener Zeit zu entfernen und das Futter vor Feuchtigkeit zu schützen.
Meisen, Finken, Spatzen, Kleiber, Kernbeißer und der Dompfaff sind Körnerfresser. Sie freuen sich beispielsweise über ein Gemisch aus Mohn, Hirse, Gerste, Lein-samen, Sonnenblumenkernen, Hanfsamen, zerkleiner-ten Erdnüssen und eingefetteten Haferflocken.
Amsel, Drossel, Stare, Rotkehlchen, Baumläufer, Heckenbraunellen, Wintergoldhähnchen und Zaunkönige sind Weichfutterfresser. Ihnen kann man getrocknete Holunder– und Weißdornbeeren, Rosinen, Kleie sowie kleine, frische Apfelstückchen, die jedoch täglich erneuert werden müssen, in Bodennähe anbieten.
Noch ein Hinweis:
Wer die natürlichen Nahrungsgrundlagen im eigenen Garten fördert – z. B. fruchtragende Sträucher pflanzt und vor dem Winter nicht einkürzt oder Blühwiesen anlegt und diese über Winter stehen lässt – verbessert die Lebensbedingungen vieler Insekten, Vögel und kleinen Säugetiere ungemein. Früchte und Samen von Wildhecken sind eine ideale Nahrung. Hängengebliebene Hagebutten sorgen ebenfalls für viele Vitamine. In stehengelassenen Gartenstauden, Laub unter Sträuchern und Bäumen verkriechen sich Kleinstlebewesen, die den Vögeln ebenfalls als Nahrung dienen. Zudem nutzen diese auch anderen Tieren als Versteck und Überwinterungshilfe.

Rezept für eine Futtermischung

300 Gramm Kokosfett oder ein anderes Pflanzenfett, alternativ Rindertalg langsam in einem Topf auf der Kochplatte erhitzen, aber nicht kochen lassen. Ins weiche Fett zwei bis vier Esslöffel Speiseöl geben. Das ver-hindert, dass das Futter bröckelig wird. Nun die doppelte Menge von Körnern wie Getreide, gehackte Nüsse, Samen, Sonnenblumenkernen etc. hinzufügen. Je vielfältiger die Mischung, umso mehr Vögel finden Gefallen daran.
Die Mischung kann nun zu Knödeln geformt, in Plätzchenanhänger oder in Kokosnussschalen gefüllt werden. Dort kann sie erkalten. Ein kleiner, zuvor in den Blumentopf gesteckter Ast, erleichtert es den Vögeln sich daran festzuklammern. Bei den Knödeln und den Plätzchenanhängern kurz abwarten, bis die Masse fester ist und dann eine Schnur hineinstecken, mit der diese später befestigt werden können.

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