Baunatal | Stadtgesellschaft Was macht eine Sportstadt aus? Diese und weitere Fragen stellten sich die rund 170 Bürger in der Stadthalle vergangene Woche bei der Bürgerversammlung zum Thema „Die Zukunft der Sportstadt Baunatal“. Vor der Diskussion stellten Prof. Dr. Matthias Obinger und Prof. Dr. Kuno Hottenrott von der Deutschen Berufsakademie Sport und Gesundheit in Baunatal das Konzept für den Sportentwicklungsplan vor.

Die Entscheidung, dass der Sportentwicklungsplan fortgeschrieben wird, hatten die Stadtverordneten bereits während ihrer Sitzung im Februar beschlossen.

„Eine Sportstadt wird nicht geboren, eine Sportstadt wird gemacht“, begrüßte Stadtverordnetenvorsteher Henry Richter die Gäste – vornehmlich Sportler – in der Baunataler Stadthalle. „Eine einheitliche Definition gibt es nicht“, so Richter weiter.

Doch es gebe viele Merkmale, die eine Sportstadt ausmachen würden. Er freue sich, dass so viele sporttreibende Mitbürger gekommen seien, um gemeinsam über die Zukunft der Sportstadt zu diskutieren.

Bürgermeisterin Silke Engler betonte, dass in den vergangenen Jahren viel in den Sport in Baunatal investiert worden sei. Ob Personal oder Sportstätten, dies alles koste die Stadt viel Geld, so Engler. Einen Überblick gebe die neue Broschüre „Was kostet Baunatal“, erklärte sie. Die Stadt Baunatal befände sich durch die Dieselkrise und die Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Krise. „Es fehlen allein in diesem Jahr im Haushalt 26 Millionen Euro“, stellte sie fest. Daher bedürfe es in der Stadt Veränderungen.

„Wir alle müssen uns bewusst machen, was noch geht und was nicht“. Ziel sei, einen gemeinsamen Konsens zu finden, was bezahlbar für eine Sportstadt der Zukunft sei.

Dabei ging die Bürgermeisterin zudem auch auf das veränderte Freizeitverhalten der Bürger ein, das berücksichtigt werden müsse.

Konzept für Sportentwicklungsplan vorgestellt

Prof. Dr. Hottenrott bestätigte, dass im Sportstättenentwicklungsplan die Veränderungen in der Gesellschaft einfließen werden. Neben Visionen, die gemeinsam entwickelt werden, seien die Angebotsvielfalt, die Organisation des Sports sowie die Infrastruktur von großer Bedeutung. Ziele seien insbesondere Klarheit über das Sportgeschehen in Baunatal und Informationen über die aktiven Sportler in Baunatal zu erhalten, Reserven der Sportanlagen aufzudecken und die Kapazität der Sportanlagen besser auszulasten sowie die Zusammenarbeit der Sportvereine zu fördern Die Deutsche Berufsakademie Sport und Gesundheit erstelle den Plan neutral und objektiv, anschließend sei dann die Politik gefragt, die darüber entscheiden müsse.

„Ein moderner Sportentwicklungsplan ist mehr als ein Sportstättenplan“, betonte Prof. Dr. Matthias Obinger. „Die Wünsche und Bedürfnisse der Bürger sollen berücksichtigt werden“, sagte er und erläuterte, wie die Berufsakademie die Daten zusammentrage.

Um ein Bild über das Sportgeschehen in Baunatal zu erhalten, werden unter anderem Fragebögen per Zufallsstichprobenziehung verschickt , Experten befragt und in den einzelnen Stadtteilen bei Informationsveranstaltungen ebenfalls Befragungen der Bürger durchge-führt.

„Der Sportentwicklungsplan ist aus unserer Sicht sehr wichtig für die Sportstadt Baunatal“, lobte Timo Gerhold, Vorstandsvorsitzender des KSV Baunatal. Es solle allerdings berücksichtigt werden, dass sich die Vereine in großem Maß sozial engagieren. Gleiches forderte auch Karsten Hellmuth, Vorsitzender des GSV Eintracht Baunatal. „Wir nehmen eine gesellschaftliche Aufgabe wahr“, betonte er.

Weiter Themen der Bürgersprechstunde waren Sportbad und Basketballplatz

Ein weiteres Thema zur Zukunft der Sportstadt waren neben dem Sportentwicklungsplan insbesondere die Themen zum Erhalt des Sportbades und der Basketballplatz an der KSV Sportwelt. Stefan Krämer war mit vielen Schwimmern der SG-ACT in der Stadthalle vertreten und forderte neben dem generellen Erhalt des Bades vor allem Planungssicherheit. „Es gibt aktuell keinen Antrag, das Sportbad zu schließen“, betonte Bürgermeisterin Silke Engler und verwies auf verschiedene Anträge der Fraktionen, die auf der Tagesordnung der kommenden Stadtverordnetenversammlung stehen. Andrea Göbel von der Schwimmschule Happy Day gab zu bedenken, dass viele Kinder bei ihr Schwimmen lernen und auch in 2021 rund 300 Kinder auf der Warteliste stünden. Dies bestätigte eine Mutter und Lehrerin. „Als Lehrkraft kann man keinen Schwimmkurs machen“, erklärte sie, dafür brauche es Vereine und Sportstätten. Zudem nutzen viele Schulen das Sportbad für den Schulsport
Warum die Büsche am Basketballplatz am Second Home noch nicht geschnitten wurden, war die Frage eines Bürgers. Auch hier verwies Bürgermeisterin Silke Engler auf die kommende Stadtverordnetenver-sammlung, in der das Thema „Basketballplatz“ diskutiert werde.
Weitere Themen waren unter anderem die Parkplätze an der Birkenallee, die von „Fair Parken“ bewirtschaftet werden. Neben zahlreichen Bürgern ergriffen auch politische Vertreter das Wort.

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