Bauna wird zur „Ruhe-Oase“ – Schaumbildung ist dabei nicht tragisch

Bauna wird zur „Ruhe-Oase“ – Schaumbildung ist dabei nicht tragisch

Baunatal | Stadtverwaltung Gelegentliche Schaumbildung in Gewässern hat verschiedene Ursachen. Nicht immer handelt es sich um eine Gewässerverschmutzung.

Von Bürgerinnen und Bürgern in Baunatal und Schauenburg werden immer mal wieder Schaumbildungen in den Gewässern, mehrmals auch im unteren Teil der Bauna, festgestellt. Insbesondere nach Wetterturbulenzen ist eine Schaumbildung erkennbar. Ob schaumbildendes organisches Material aus einer natürlichen Quelle stammt, durch Menschen verursacht oder eine Kombination von Beidem ist, lässt sich allein anhand der Sichtung selten bestimmen.

Hintergründe zu Ursachen der Schaumbildung

Die Bauna ist ein 17,2 Kilometer langer Mittelgebirgsbach, der nördlich von Schauenburg in einer Höhe von rd. 480 Metern entspringt und nordöstlich von Guntershausen in die Fulda mündet. Das Gewässer durchfließt in weiten Bereichen ein von Siedlungsflächen, Kleingartenanlagen und intensiver Landwirtschaft geprägtes Einzugsgebiet.
Der ökologische Zustand der Bauna wird durch zahlreiche Misch- und Regenwassereinleitungen sowie durch Einleitungen einer kommunalen und einer industriellen Kläranlage beeinflusst.
Schaum ist ein häufig auftretendes Phänomen an Fließgewässern und führt oft zu Verunsicherungen, ob es sich um eine Gewässerverschmutzung handelt. Nicht immer ist der Mensch verantwortlich.

Schaum kann auch aus natürlichen Quellen stammen

Ein von Menschen verursachter Schaum entsteht aus Stoffen, die natürlicherweise nicht in Gewässern auftreten, wie z.B. Waschmitteltenside. Bereits geringe Konzentrationen dieser Stoffe reichen zur Schaumbildung aus. Auch der Eintrag von Gülle und Jauche aus Oberflächenabschwemmungen oder aus dem gereinigten Abwasser einer Kläranlage kann zur Schaumbildung führen.
Ein natürlicher Ursprung für Schaum kann sich z.B. mit der Algenblüte im Frühjahr oder aus Falllaub im Herbst ergeben. Natürlicher Schaum bildet sich aus Stoffen, die in der Umwelt vorkommen. Beim Abbau abgestorbener, organischer Materialien (Laub, Blätter, Algen, tote Insekten) entstehen Substanzen, die teils oberflächenaktiv sind und ähnlich wie Seife oder Waschmittel wirken.

Limnologischer Bericht

Volkswagen erstellt für die Bauna jedes Jahr einen sogenannten „limnologischen Bericht“ unter Berücksichtigung der biologischen Wasserqualität. Zur Bewertung der Belastungssituation der Bauna werden an mehreren Stellen physiko-chemische und biologische Untersuchungen durch einen unabhängigen Sachverständigen durchgeführt und dem Regierungspräsidium Kassel, dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie und der Stadt Baunatal zur Kenntnis und Verwendung zugesandt.
Im Ergebnis der letzten Jahre zeigt sich, dass die Bauna bereits im Bereich Schauenburg eine kleine Vorbelastung an Tensiden in einem relativ geringen Konzentrationsbereich hat, der sich aber nicht wesentlich auf die Gewässerfauna auswirkt.
Die Ablaufwerte der Kläranlagen des Volkswagen Werks und des Verbandes für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg (VAH) werden täglich im Rahmen der Eigenkontrollverordnung gemessen und durch unabhängige Labore untersucht. Unregelmäßig finden darüber hinaus Überprüfungen der Unteren Wasserbehörde des Landkreises und durch das Regierungspräsidium Kassel statt. Die erlaubten Ablaufwerte werden regelmäßig eingehalten und in der Regel deutlich unterschritten.

Runder Tisch zum Thema Gewässerqualität

Darüber hinaus sind der kommunale Abwasserverband sowie das Volkswagen Werk Kassel kontinuierlich bestrebt, die Wasserqualität der Bauna weiter zu verbessern. Dazu wurde ein „Runder Tisch“ zum Thema Gewässerqualität der Bauna mit Vertretern der Unteren Wasserbehörde, Gewässerschutzbeauftragten, Kläranlagenbetreibern und Verbandsvorstand des VAH einberufen.
Zu weiteren Aufgaben des Verbandes zählen die Gewässerpflege an der Bauna und der naturnahe Ausbau des Gebietes. Dazu gehört beispielsweise das Beseitigen von Müll, Reparatur an Ufer und Sohle, Pflege des Gehölzes, Mähen von Gefällen, Erneuerung von Gewässerstrecken mit Bauwerken sowie die Wiederherstellung von naturfern ausgebauten Gewässern; ebenso strukturverbessernde Maßnahmen an der Bauna. Die Abschnitte des Gewässers mit erhöhtem Gefährdungspotential haben oberste Priorität.
Da die Bauna zu einer Ruheoase für Pflanzen, Fische und anderen Kleinstlebewesen werden soll, werden auch 2022 diverse Maßnahmen für eine vielfältige Fauna und Flora angewandt. Bei einer Renaturierung wird der ursprüngliche Zustand des natürlichen Gewässers wiederhergestellt, daher fühlen sich Tiere und Pflanzen im Lebensraum besonders wohl.
Die Pflege der Bauna kommt nicht nur den Lebewesen zugute, sondern auch der Qualität des Wassers, des Mikroklimas und dem Hochwasserschutz. Die Maßnahmen wurden vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit rd. 1,2 Mio. Euro bezuschusst.

Text & Foto (V.i.S.d.P)
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