Rollstuhl– und Funktionstraining in Baunatal

Rollstuhl– und Funktionstraining in Baunatal

Baunatal | Stadtverwaltung Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft steht Betroffenen zur Seite und zeigte beim Aktionstag mit welchen Schwierigkeiten Rollstuhlfahrer täglich zu kämpfen haben.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Viele der Betroffenen sind im fortschreitendem Stadium auf den Rollstuhl angewiesen. Um Betroffene darauf vorzubereiten und um Menschen, die erst seit kurzem auf den Rollstuhl angewiesen sind zu unterstützen, fand vergangene Woche auf dem Gelände der Baunataler Diakonie Kassel in Kooperation der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (dmsg) und der Stadt Baunatal ein Aktionswochenende zur Barrierefreiheit statt. Initiiert hatte die Aktion Sabrina Scharf, die vor drei Jahren die Diagnose MS erhalten hat und sich seit dem nicht nur für Betroffene engagiert. Sie selbst kann zwar noch kurze Strecken laufen, wird aber lange Sicht dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen sein.

Rollstuhltraining 2
Betroffene und nicht Betroffene erkundeten gemeinsam die die Barrierefreiheit der Stadt Baunatal.

Mit dem Rollstuhl durch die Stadt

Vor dem Rollstuhltraining in der Halle am Samstag und Sonntag für Menschen im Rollstuhl, deren Angehörige oder Menschen, die künftig auf den Rollstuhl angewiesen sind, ging es allerdings mit dem Rollstuhl durch die Stadt. Hier war es auch das Ziel nicht auf den Rollstuhl angewiesenen Personen zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten Rollstuhlfahrer täglich zu kämpfen haben, auch wenn in Baunatal bereits viele Stellen barrierefrei sind. Mit dabei waren auch Bürgermeisterin Manuela Strube und Stadtverordnetenvorsteher Rainer Heine. Auch wenn in Baunatal die Barrierefreiheit eine große Rolle spiele, betonte Bürgermeisterin Manuela Strube bei der Pressekonferenz in der Baunataler Diakonie Kassel, sei noch „Luft nach oben“.
Seit 2006 seien mehr als 600 Bordsteine abgesenkt worden. Aber das sei nicht alles. Baunatal engagiere sich sehr für den Inklusionsgedanken. Aber an der Bewusstseinsbildung müsse gearbeitet werden, so Strube. Und so seien alle Baunataler Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen sich aktiv in den Arbeitsgruppen für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu beteiligen.
Ein Bereich, der Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt, ist der Sport. Und so kommen auf dem Sportcampus Menschen mit und ohne Behinderung zusammen um gemeinsam Sport zu treiben. Zudem sollen im Rahmen der Specialolympics im kommenden Jahr die Menschen näher zusammenrücken. Baunatal werde nämlich Olympisches Dorf und beherberge die Delegation aus Dschibuti, so Strube.

Sport wirkt sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus

Aber Sport kann noch viel mehr:

„Nur Sport kann neben Ernährung und einem vernünftigen Stressmanagement dafür sorgen, dass die Behinderungen bei MS sich weniger zeigen“

erklärte Benno Rehn, Geschäftsführer der dmsg Hessen. Die dmsg, die keine wirtschaftlichen Interessen verfolgt, begleitet Betroffene ab der Diagnose. Die Aktionstage wolle die Gesellschaft daher auch dafür nutzen, so Rehn, auf sich aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass sich Betroffene an sie wenden können.
Neben der Beratung seien die Selbsthilfegruppen und Funktionstrainings eine wichtige Hilfe für MS-Erkrankte. Bei den Trainings, die vom Arzt verordnet werden, betreiben die MS-Betroffenen in kleinen Gruppen wöchentlich gemeinsam Sport. In Baunatal findet das Training auf dem Sportcampus des KSV Baunatal statt. Während der Corona-Pandemie habe das Funktionstraining auch digital stattgefunden, berichtete Benno Rehn. Insbesondere im ländlichen Raum und berufstätige Menschen hätten dieses Angebot genutzt, dessen Fortbestand nun von den Krankenkassen zumindest zeitweise weiter genehmigt worden sei.

Hintergrund

Schätzungen zufolge leben weltweit ca. 2,8 Millionen Menschen mit MS. In Deutschland leben mehr als 252.000 MS-Erkrankte. Jährlich wird bei mehr als 15.000 Menschen MS neu diagnostiziert. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Die Erkrankung wird in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt – mit geringerer Häufigkeit tritt sie aber auch schon im Kindes- und Jugendalter auf. Erstdiagnosen nach dem 60. Lebensjahr sind selten. (Quelle: dmsg.de)

Kontakt:
DMSG-Regionalstelle Kassel,
Wilhelmshöher Allee 262, Kassel
Sonja Waschilowski (Dipl. Sozialarbeiterin/-Sozialpädagogin) 0561/2075946 oder 0175/6824107
Mail: waschilowski@dmsg-hessen.de

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