Baunataler Neujahrsempfang 2018 – „Die digitalisierte Stadt“

(Baunatal) Chat-Bot, On-Site-Geschäft, Blockchain-Technologie – Mit ungewöhnlichem „Fachchinesisch“ hieß Bürgermeister Manfred Schaub am Samstag mehr als 600 Gäste des Neujahrsempfangs in der Baunataler Stadthalle willkommen und führte sie damit in die digitale Welt ein. Der verschließt sich eine moderne, zukunftsorientierte Stadt wie Baunatal natürlich nicht und so stand der Empfang in diesem Jahr unter dem Motto „Die digitalisierte Stadt“.

Baunatal, Neujahrsempfang 2018, Manfred Schaub

Bürgermeister Manfred Schaub hält seine Neujahrsrede.

Anliegen direkt vorbringen, schnell an Informationen kommen, mitreden – die Digitalisierung biete Chancen, nicht nur in der Kommunikation untereinander, sondern auch für die Städte und Gemeinden, betonte der Bürgermeister. Baunatal habe dazu bereits einiges auf den Weg gebracht, sagte er und verwies u.a. auf die Bereitstellung des freien W-Lans in der Stadt, die neu gestaltete Homepage und den Mängelmelder als digitales Angebot, der von den Bürgern gut angenommen wird.

„Da geht aber noch mehr“, stellte Manfred Schaub fest. Doch dazu müssten die entsprechenden Instrumentarien zum Ausbau der notwendigen Infrastruktur bereitgestellt werden, sagte er im Hinblick auf die Breitbandversorgung als eine wichtige Voraussetzung für die sogenannte „Smart City“. Dies stelle auch die Baunataler vor eine große Herausforderung, denn schnelles Internet ist in der Region längst noch nicht überall angekommen. Auch in Hertingshausen und Guntershausen warten die Bürger auf den Breitband-Ausbau. Ohne entsprechende Netzanbieter werde das Problem jedoch nicht gelöst, sagte der Bürgermeister.
„Wir müssen uns als Staat auf den Weg machen, um mit einem lückenlosen Breitbandausbau gleiche Bedingungen für alle zu schaffen; eine Stadt alleine schafft das nicht“, stellte er klar.
In vielen Bereichen des kommunalen Lebens ist die Digitalisierung zwar hilfreich, doch ersetzt sie nicht den direkten Umgang und Kontakt untereinander und auch keine tatkräftig anpackende, helfende Hand. So galt ein Dank des Bürgermeisters den Kameraden der Baunataler Feuerwehr, die ehrenamtlich und freiwillig neben ihrer normalen Arbeit im Einsatz seien. Am 10. Juni werde es wieder einen „Tag des Helfers“ auf dem Marktplatz geben und der stehe passenderweise unter dem Motto „Brände löscht man nicht am PC.“
Ein weiterer Dank ging an die vielen Ehrenamtlichen in den Baunataler Vereinen, Verbänden und Institutionen, die auch in Zukunft auf die Unterstützung der Stadt zählen können.

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Das Sinfonieorchester der Musikschule Baunatal.

Mit der Modernisierung der Max-Riegel-Halle, der Sporthalle der Erich Kästner-Schule und der Kulturhalle Großenritte würden Investitionen in Millionenhöhe angepackt, die für die Zukunft der Vereine und Institutionen von großer Bedeutung seien.

„Wir sind stolz darauf, dass in einem so lebendigen Gemeinwesen wie unserer Stadt Baunatal Hunderte ehrenamtlich Tätige für einen so guten Zusammenhalt sorgen, in dem sie sich an unterschiedlichsten Stellen für andere Menschen einsetzen, organisieren, aufeinander achten“, stellte der Bürgermeister fest und er fügte hinzu: „Ich freue mich über unser buntes und vielfältiges Baunatal.“

Eine enge Zusammenarbeit und ein reger Austausch seien auch das Markenzeichen für den Umgang mit der Baunataler Wirtschaft, sagte der Bürgermeister und dankte den anwesenden Vertretern aus der Wirtschaft, ebenso denen aus den in Baunatal ansässigen Banken.
Erfreulich sei, dass sich die Region zunehmend als echte Einheit erweise. Für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Städten und Gemeinden zeugte die Anwesenheit der Vertreter aus zwölf Nachbarkommunen beim Neujahrsempfang, darunter Bürgermeister Michael Plätzer aus Schauenburg und Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, die beide erstmals in diesen Funktionen in der Stadthalle begrüßt werden konnten.
Für einen optimistischen Blick nach vorne würden trotz aktuell fehlender Millionen die jetzt veröffentlichten Umsatzzahlen beim größten Steuerzahler der Stadt, dem VW-Werk, sorgen. „Es ist erfreulich, dass sich die guten Botschaften aus unserem VW-Werk mehren und der wichtigste Teil unser aller Betrachtungen, die Arbeitsplätze, stabilisiert werden
kann“, so der Bürgermeister.

In diesem Jahr feiert VW das 60-jährige Bestehen des Werks, was mit einigen Veranstaltungen auch mit Unterstützung der Stadt gefeiert wird.
Ein Dank des Bürgermeisters dafür, dass die Anliegen der Stadt auch in Berlin, Wiesbaden und Brüssel Gehör finden, galt Esther Dilcher (MdB), Manuela Strube (MdL), Karin Müller (MdL) sowie der Europaabgeordneten Martina Werner.

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Bürgermeister Manfred Schaub (li) und Stadtverordnetenvorsteher Peter Lutze (3. v. r.) gemeinsam mit den Rednern und Werksvertretern beim Neujahrsempfang: (von links) Landrat Uwe Schmidt, Sangerhausens Oberbürgermeister Sven Strauß, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, Festredner Timm Fuchs, VW-Werkleiter Thorsten Jablonski und VW-Betriebsratschef Carsten Bätzold.

Festrede beim Baunataler Neujahrsempfang zum Thema „Digitale Stadt“ von Timm Fuchs

Im Interesse der Bürger müssten sich alle Kommunen auf den Weg in die Digitalisierung machen, kam anschließend Timm Fuchs, Beigeordneter Städte- und Gemeindebund, in seiner Festrede zurück zum Thema des Empfangs. Um sich in dem „digitalen Babylon“ zurechtzufinden, sei es wichtig, einheitliche Systeme zwischen Bund, Gemeinden und Ländern zu entwickeln. Die Digitalisierung biete eine Chance für gleichwertige Lebensbedingungen in der Stadt und auf dem Land, dadurch könnten Abwanderungen in die Städte abgemildert werden. Hürden, die der Digitalisierung derzeit in den
Kommunen entgegenstünden, seien u.a. ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern und die fehlende Infrastruktur. Ein schlagendes Argument für die Digitalisierung sei die Steigerung der Lebensqualität. Ein Vorbild sei Estland, dort funktioniere die Digitalisierung in fast allen Bereichen.

Dazu merkte Landrat Uwe Schmidt in seinem Grußwort kritisch an, dass wohl etwas schiefgelaufen sei, wenn das reichste Land in Europa mit dem kleinen Staat Estland verglichen werde. Von Datenautobahnen sei man in Deutschland noch weit entfernt. Er appellierte an die Verantwortlichen in der Politik, die hohen Hürden, etwa bei den Antragsfristen, abzubauen und die Interessen der Kommunen auf Landesebene zu bündeln. „Es muss etwas verändert werden, um die Ziele zu erreichen“, unterstrich er.
Die Keimzellen unserer Gesellschaft seien die Kommunen, stellte der neue Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Christian Geselle, fest, der sich für die gute Zusammenarbeit mit Baunatal bedankte.

Zum ersten Mal zum Neujahrsempfang war der neue Oberbürgermeister der Partnerstadt Sangerhausen, Sven Strauß, nach Baunatal gekommen. Er bekräftigte die lebendige Partnerschaft zwischen den beiden Städten, diese wachse von unten und erlebe eine stetige Erneuerung.
In seinem obligatorischen Schlusswort sagte Stadtverordnetenvorsteher Peter Lutze, er halte es für absolut notwendig, alle am gesellschaftlichen Leben in Baunatal teilnehmenden Menschen aktiv an der Entwicklung einer Zukunftsvision für ihre Stadt zu beteiligen. Dazu würden die städtischen Gremien allen Bürgern und Institutionen die Mitarbeit und Gestaltung am Konzept mit dem Arbeitstitel „Baunatal 2030“, das im Laufe des Jahres erarbeitet werde, anbieten.

Baunatal, Nachrichten Baunatal, Markus Zosel, Neujahrsbegrüßung2018

Markus Zosel am Klavier.

Musikalischer Gruß aus Vrchlabi
Einen musikalischen Gruß sandte die Partnerstadt Vrchlabi: Radek Hanus, Leiter der dortigen Musikschule, spielte zur Eröffnung mit dem Sinfonieorchester der Musikschule Baunatal und untermalte den Neujahrsempfang mit der Sopranistin Lenka Simunkova und der Cellistin Anna Boiprav mit klassischen Tönen. Viel Beifall gab es auch für den Niedensteiner Singer-Songwriter Markus Zosel.

Text und Fotos:
Magistrat der Stadt Baunatal
www.baunatal.de

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