Baunataler Autorin Claudia Raute im Interview – der nächste Krimi handelt vielleicht auch in Baunatal

Baunataler Autorin Claudia Raute im Interview – der nächste Krimi handelt vielleicht auch in Baunatal

Baunatal | Kultur & Kunst Seit dieser Woche gibt es im StadtShop Baunatal auch zwei Krimis der Baunataler Autorin Claudia Raute zu kaufen. Dirk Wuschko (DW) vom Stadtmarketing Baunatal traf sich mit Claudia Raute (CR) zum Interview um die Autorin den Lesern vorzustellen.

DW: Sie haben mir gesagt, Sie sind Baunatalerin. Sind Sie gebürtige Baunatalerin oder später hierhergezogen?
CR: Wir sind Ende 2001 nach Rengershausen gezogen. Das ist also schon ein bisschen her.

DW: Wo kommen Sie ursprünglich her?
CR: Ich bin gebürtig aus Bad Hersfeld.

DW: Ich gehe davon aus, dass Sie das Schreiben nicht hauptberuflich machen, sondern als Hobby oder Nebentätigkeit?
CR: Ja, oder, wie mein Mann sagen würde: ein teures Hobby.

DW: Was machen Sie beruflich?
CR: Ich arbeite bei einem Betreuungsdienst, „life – besser leben“. Wir machen keine Pflege, sondern unterstützen im Haushalt, begleiten zu Arztterminen oder führen Gespräche – solche Dinge.

DW: Dann haben Sie wahrscheinlich auch Kinder, die hier zur Schule gegangen sind?
CR: Genau. Wir haben Drillinge, die 1998 geboren wurden. Als wir nach Rengershausen gezogen sind, waren sie zwei Jahre alt. Sie sind alle hier in den Kindergarten gegangen. Einer unserer Söhne ist schwerbehindert und hatte einen Integrationsplatz. Später kam noch ein jüngerer Sohn dazu, der inzwischen auch schon 24 ist.

DW: Seit wann schreiben Sie – also im Sinne von Veröffentlichen?
CR: Mein erstes Buch habe ich 2021 veröffentlicht. Angefangen habe ich es allerdings schon 1998. Darin habe ich unter anderem unseren Kinderwunsch verarbeitet. Als die Kinder klein waren, bin ich nur sehr sporadisch zum Schreiben gekommen.
2011 habe ich das Manuskript dann zur Seite gelegt. Es war ungefähr zur Hälfte fertig. Im Buch spielt auch das Thema Krebs eine Rolle, und als mein Schwiegervater damals gestorben ist, konnte ich mich damit einfach nicht mehr beschäftigen.

Wahrscheinlich würde das Manuskript heute noch im Schrank liegen, wenn mich Anfang 2021 nicht eine alte Bekannte gefragt hätte, ob es das Buch noch gibt. Sie würde es gern noch einmal lesen. Daraufhin habe ich es wieder hervorgeholt und gedacht: Eigentlich ist es zu schade, es liegen zu lassen. Die zweite Hälfte habe ich dann innerhalb von drei Monaten geschrieben – fast ohne groß darüber nachzudenken.

DW: Gab es schon immer eine Affinität zum Schreiben oder haben Sie einfach viel gelesen?
CR: Die gab es eigentlich schon immer – seit ich schreiben kann. Früher habe ich vor allem Kurzgeschichten geschrieben. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal einen ganzen Roman schreiben würde. Heute ist es genau umgekehrt: Mit Kurzgeschichten tue ich mich inzwischen viel schwerer.

DW: Wie war das Gefühl, das erste Buch in den Händen zu halten?
CR: Das war etwas ganz Besonderes. Aber ehrlich gesagt ist es bis heute jedes Mal so. Ich habe inzwischen acht Bücher veröffentlicht und jedes neue Buch ist wieder aufregend. Dieser Zauber ist überhaupt nicht verloren gegangen.

DW: Gestalten Sie Ihre Bücher selbst oder haben Sie Unterstützung?
CR: Ich arbeite mit einer Coverdesignerin zusammen. Das war mir von Anfang an wichtig. Das Cover ist schließlich der erste Eindruck – und dafür bin ich selbst einfach nicht talentiert.

DW: Bei inzwischen acht Büchern gab es ja eine Entwicklung. Irgendwann kamen die Krimis dazu. Wann entstand die Idee dazu?
CR: Ich bin eigentlich gar keine große Krimileserin. Deshalb hätte ich nie gedacht, dass ich einmal einen Krimi schreiben würde. Meine anderen Bücher spielten alle in Amerika. Ich brauchte immer einen gewissen emotionalen Abstand zu den Geschichten und Themen.
Vor elf Jahren sind meine Eltern nach Husum gezogen. Seitdem bin ich zweimal im Jahr dort für ein verlängertes Wochenende. Irgendwann kam der Gedanke, ein Buch dort spielen zu lassen – und plötzlich war die Idee für einen Krimi da.

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DW: Der dritte Krimi ist gerade in Arbeit?
CR: Genau. Und nachdem ich letzte Woche bei Ihnen war, ist aus einem Nebenstrang mit Kassel inzwischen sogar Baunatal geworden.

DW: Das wird die Baunataler freuen. Erscheint der dritte Krimi noch in diesem Jahr?
CR: Nein, dafür bin ich noch nicht weit genug. Im Oktober erscheint erst einmal mein neuntes Buch. Das ist allerdings kein Krimi, sondern eher eine Fortsetzung meiner ersten beiden Bücher – wobei alle Bücher auch unabhängig voneinander gelesen werden können.
Eigentlich habe ich nie vor, Fortsetzungen zu schreiben. Trotzdem passiert es immer wieder. Mir ist aber wichtig, dass jedes Buch für sich funktioniert.

DW: Wenn jemand noch keines Ihrer Bücher gelesen hat – womit sollte er anfangen?
CR: Das ist gar nicht so einfach. Die ersten beiden Bücher würde ich heute nicht unbedingt empfehlen. Die habe ich damals ziemlich naiv veröffentlicht und man entwickelt sich mit jedem Buch weiter.
Das Buch, das im Oktober erscheint, hatte ich eigentlich schon 2022 fertig geschrieben. Dieses Jahr habe ich es aber komplett überarbeitet, sogar in einer anderen Zeitform. Es ist praktisch ein neues Buch geworden.

Es kommt also darauf an, was man gerne liest. Wer Krimis mag, sollte mit „Kühn am Meer“ beginnen. Ansonsten wird auch „Reise ins Ungewisse“ sehr gern gelesen.

Daraus ist ganz ungeplant eine Trilogie entstanden. Eigentlich ist es eine Hommage an die Freundschaft. Vier Männer Mitte 50 unternehmen mit einem Freund eine Reise durch die USA, die sie schon als junge Männer gemeinsam gemacht haben. Der Freund hat seine Frau auf tragische Weise verloren und sich psychisch völlig zurückgezogen. Die Freunde hoffen, ihn durch die Wiederholung dieser Reise wieder erreichen zu können. Unterwegs schließt sich ihnen eine junge Frau an, die vor ihrem gewalttätigen Lebensgefährten flieht.

DW: Wie entstehen Ihre Ideen? Haben Sie ständig neue Geschichten im Kopf?
CR: Das wäre schön. Ich kenne Autoren, die sagen, sie hätten hundert Ideen und wüssten gar nicht, welche sie zuerst schreiben sollen. Bei mir ist das überhaupt nicht so.

Meistens schreibe ich ein Buch fertig, überarbeite es mehrfach und lasse es von anderen lesen. Wenn dann alles abgeschlossen ist, sitze ich erst einmal da und denke: „Mist, was jetzt?“ Ich brauche diesen Schreibprozess einfach. Für mich ist das eine Möglichkeit, dem Alltag zu entkommen. Was für andere das Lesen ist, ist für mich das Schreiben.

Interessanterweise war es immer so: Je chaotischer unser Familienalltag war und je mehr Probleme es gab, desto besser hat das Schreiben funktioniert.

DW: Das heißt, ein bisschen Drama hilft?
CR: Offenbar schon. Und wenn ich keine neue Idee habe, suche ich regelrecht danach. Ich kann dann nicht einfach loslassen und abwarten. Ich möchte unbedingt wieder ein neues Projekt beginnen.

DW: Veröffentlichen Sie weiterhin im Selbstverlag?
CR: Ja. Den Weg über einen großen Publikumsverlag habe ich bewusst nie gesucht und inzwischen auch nicht mehr. Ich glaube, die Chancen sind als unbekannte Autorin ohnehin sehr gering.

Außerdem habe ich von anderen Autoren oft gehört, dass sie ihre Geschichten stark anpassen mussten – Figuren wurden gestrichen oder neu eingeführt, Themen verändert. Ich schreibe einfach keine Mainstream-Geschichten. Bei den Krimis passt das vielleicht eher. Aber generell könnte ich kein Buch schreiben, hinter dem ich nicht wirklich stehe. 

DW: Machen Sie auch Lesungen?
CR: Ja, schon einige. In Baunatal bisher leider noch nicht. Mehrmals war ich im Rathaus Fuldabrück, außerdem im Palais Bellevue und im StadtCafé in Kassel – teilweise gemeinsam mit der Autorengruppe Nordhessen, der ich angehöre.

DW: Daran müssen wir in Baunatal also noch arbeiten. Wo gibt es Ihre Bücher zu kaufen?
CR: Meine Bücher sind natürlich online erhältlich und können auch im lokalen Buchhandel bestellt werden. Außerdem gibt es hier jetzt vor Ort die beiden Krimis im StadtShop.

Claudia Raute
Homepage: https://www.claudiaraute.de/
Facebook: https:///m.facebook.com/ craute 73/
Instagram: https://www.instagram.com/ claudiaraute_autorin/ Aktuellstes Buch – Ein Küstenkrimi: https://amzn.eu/d/4rfgE6o
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Pressetext & Fotos (V.i.S.d.P.)
Stadtmarketing Baunatal GmbH
Geschäftsführer Dirk Wuschko
Friedrich-Ebert-Allee 8a | 34225 Baunatal
www.stadtmarketing-baunatal.de

Dieser Baunatal Blog ist ein Service des Stadtmarketing Baunatal mit Nachrichten aus Baunatal, dem Landkreis Kassel und der Region Nordhessen. Die Autoren der jeweiligen Artikel und Fotos sind am Ende des Textes unter V.i.S.d.P. (Verantwortlich im Sinne des Presserechts) ausgewiesen. Nur wenn dort die Stadtmarketing Baunatal GmbH steht, sind wir der richtige Ansprechpartner.
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