Zwei Programme. Ein Ziel. Ein sicheres Baunatal – heute und morgen!
Baunatal setzt mit KOMPASS Sicherheit und KOMPASS Resilienz ein starkes Zeichen für Prävention, Zusammenhalt und Krisenvorsorge. Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck überreichte die offiziellen Begrüßungsschilder – und Bürgermeister Henry Richter machte deutlich, warum ihm dieses Thema besonders am Herzen liegt.
Sich sicher fühlen. Sich aufeinander verlassen können. Wissen, dass jemand da ist, wenn Hilfe gebraucht wird. Das sind Dinge, die unseren Alltag lebenswert machen – und die oft erst dann in den Mittelpunkt rücken, wenn sie einmal fehlen.
Ob auf dem abendlichen Heimweg, beim Spielen unserer Kinder, beim Warten auf den Bus oder in einer außergewöhnlichen Krisensituation: Sicherheit hat viele Gesichter. Und sie geht uns alle an.
Deshalb stellt die Stadt Baunatal jetzt gleich doppelt die Weichen für die Zukunft: Mit der Teilnahme an den Landesprogrammen KOMPASS Sicherheit und KOMPASS Resilienz wollen wir unsere Stadt gemeinsam mit der Polizei, der Feuerwehr und vor allem mit den Menschen, die hier leben, noch sicherer und widerstandsfähiger machen.
Ein besonderer Tag für unsere Stadt
Am vergangenen Montag, 19. Oktober 2026, stand Baunatal ganz im Zeichen der Sicherheit. Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck war persönlich in die Stadt gekommen, um die offiziellen Begrüßungsschilder für beide Landesprogramme zu überreichen. Ein besonderer Moment, der die Aufnahme Baunatals in die KOMPASS-Familie nun auch nach außen sichtbar macht.
Baunatal gehört damit nach den vorliegenden städtischen Angaben als 178. hessische Kommune zu KOMPASS Sicherheit und als 29. Kommune zu KOMPASS Resilienz. Damit setzen wir ein wichtiges Zeichen: Wir wollen nicht erst handeln, wenn Probleme entstehen, sondern vorausschauend Verantwortung übernehmen.
Den feierlichen Auftakt gestaltete Bürgermeister Henry Richter mit seiner Begrüßungsrede. Anschließend sprachen Innenminister Poseck und der Präsident des Polizeipräsidiums Nordhessen, Marco Bärtl. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Polizei, Feuerwehr, Wirtschaft, Schulen, Vereinen und Ehrenamt begleiteten diesen besonderen Anlass.
Ein weiterer feierlicher Moment rundete den besonderen Anlass ab: Im Anschluss an die Übergabe der KOMPASS-Begrüßungsschilder trugen sich Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck und Polizeipräsident Marco Bärtl in das Goldene Buch der Stadt Baunatal ein. Damit wurde dieser wichtige Meilenstein für unsere Stadt auch auf besondere Weise für die Zukunft festgehalten – als sichtbares Zeichen der Wertschätzung, der Verbundenheit und der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Land, Polizei und Kommune.

Für Bürgermeister Richter war der Tag weit mehr als ein offizieller Termin. Schon am 15. November 2021 hatte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, eine Teilnahme an KOMPASS prüfen zu lassen. Den damaligen Antrag hatte Richter noch als Stadtverordneter eingebracht.
Nach 32 Jahren im Polizeidienst, unter anderem als Kriminalbeamter beim Polizeipräsidium Nordhessen, weiß er aus eigener Erfahrung, wie wertvoll gute Präventionsarbeit ist.
„Sicherheit beginnt nicht erst dann, wenn die Polizei eingreifen muss. Gute Sicherheitsarbeit beginnt viel früher – mit Aufmerksamkeit, Prävention und gegenseitigem Vertrauen.“, betonte der Bürgermeister in seiner Rede.
Mit den Beschlüssen des Magistrats vom 7. Juli für KOMPASS Sicherheit und vom 14. September für KOMPASS Resilienz wurde schließlich der Weg für die Teilnahme an beiden Programmen geebnet. Seit dem 4. August gehört Baunatal offiziell zur KOMPASS-Sicherheitsinitiative.
KOMPASS Sicherheit: Weil ein gutes Gefühl genauso wichtig ist wie gute Zahlen für ein sicheres Baunatal
Baunatal ist bereits heute eine sichere Stadt. Das belegen auch die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik: 2025 wurden 1.049 Straftaten registriert – rund 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 61,3 Prozent. Die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt deutlich unter dem hessischen Durchschnitt.
Das ist erfreulich. Doch Sicherheit lässt sich nicht allein in Zahlen messen.
Denn wer kennt das nicht? Ein schlecht beleuchteter Weg, ein unübersichtliches Parkhaus oder eine Situation an einer Bushaltestelle können ein ungutes Gefühl auslösen – auch wenn dort statistisch betrachtet wenig passiert.
Auch in Baunatal gibt es öffentliche Orte, an denen sich manche Menschen zeitweise weniger wohlfühlen. Im Zusammenhang mit dem Thema wurden beispielsweise der Zentrale Omnibusbahnhof, der Käthe-Kollwitz-Platz und Parkbereiche in der Innenstadt genannt.
Hier setzt KOMPASS Sicherheit an. Die Abkürzung steht für KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel. Hinter dem etwas sperrigen Namen steckt eine ebenso einfache wie überzeugende Idee: Die Menschen vor Ort wissen häufig selbst am besten, was ihnen Sicherheit gibt – und was ihnen fehlt.
Deshalb wollen wir genauer hinhören.
Wie sicher fühlen sich unsere Bürgerinnen und Bürger in ihrem Stadtteil? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Welche Wege, Plätze oder öffentlichen Einrichtungen können sicherer und einladender gestaltet werden? Und welche Angebote helfen besonders älteren Menschen, Kindern, Jugendlichen oder Menschen mit Behinderungen?
Eine wissenschaftlich begleitete, repräsentative Bürgerbefragung soll dazu wichtige Erkenntnisse liefern. Gemeinsam mit der Polizei, Fachleuten und den Menschen vor Ort werden die Ergebnisse ausgewertet, mögliche Lösungen entwickelt und konkrete Präventionsmaßnahmen auf den Weg gebracht.
Dabei fangen wir keineswegs bei null an. Seit 1995 gibt es in Baunatal den Arbeitskreis Sicherheit, der sich regelmäßig mit aktuellen Entwicklungen und Sicherheitsfragen befasst. Unsere kommunale Ordnungspolizei ist durch erweiterte Dienstzeiten auch abends und an Wochenenden präsent. Ehrenamtliche Sicherheitsberaterinnen und Sicherheitsberater unterstützen ältere Menschen dabei, sich vor Straftaten zu schützen. Hol- und Bringzonen an Schulen tragen zu sichereren Schulwegen bei. Hinzu kommen unter anderem Streetwork, Bürgersprechstunden und gemeinsame Präventionsaktionen mit der Polizei.
KOMPASS hilft uns, diese Aktivitäten noch besser miteinander zu vernetzen und gezielt weiterzuentwickeln.
Unser Ziel: Alle Menschen sollen sich in allen sieben Stadtteilen Baunatals sicher fühlen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
KOMPASS Resilienz: Gut vorbereitet, wenn das Unerwartete passiert
Doch Sicherheit bedeutet noch mehr, als Straftaten vorzubeugen.
Was passiert, wenn nach einem schweren Unwetter der Strom länger ausfällt? Wenn Kommunikationsnetze gestört sind? Wenn ein Cyberangriff wichtige Einrichtungen lahmlegt? Oder wenn eine außergewöhnliche Gefahrenlage unsere Stadt vor große Herausforderungen stellt?
Solche Fragen sind keine Schwarzmalerei. Sie sind Ausdruck verantwortungsvoller Vorsorge.
Genau hier kommt das zweite Landesprogramm ins Spiel: KOMPASS Resilienz.
Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit – also die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben, Krisen zu bewältigen und sich möglichst schnell davon zu erholen.
Für Baunatal heißt das ganz praktisch: Wir wollen dafür sorgen, dass wichtige Einrichtungen und Einsatzkräfte auch in Ausnahmesituationen möglichst zuverlässig funktionieren, die Bevölkerung rechtzeitig gewarnt wird und Menschen wissen, wo sie Unterstützung finden.
Dafür haben wir bereits wichtige Grundlagen geschaffen. Unsere Freiwillige Feuerwehr leistet mit dem Katastrophenschutz-Löschzug 2 des Landkreises Kassel, dessen Kräfte aus Altenbauna, Altenritte und Hertingshausen kommen, einen wertvollen Beitrag zum überörtlichen Katastrophenschutz.
Mit KOMPASS Resilienz wollen wir weitere konkrete Maßnahmen voranbringen. Dazu gehören unter anderem die geplante Notstromversorgung unserer sieben Stadtteilfeuerwehren und drei Notunterkünfte, der Aufbau unabhängiger Kommunikationsmöglichkeiten und der Ausbau eines flächendeckenden Sirenennetzes.
Auch sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme sowie Informations- und Wärmeinseln sind vorgesehen. Sie sollen den Menschen im Krisenfall als wichtige Anlaufstellen dienen. Weitere Planungen betreffen unter anderem die Stärkung der Krisenstabsstrukturen und zusätzliche technische Ausstattung für Einsatzkräfte.
Dabei geht es nicht nur um Technik. Es geht vor allem um Menschen: um Familien, Kinder, ältere Menschen, um Nachbarschaften und um all diejenigen, die in einer schwierigen Situation auf verlässliche Informationen und Unterstützung angewiesen sind.
Wie groß das Interesse an diesem Thema ist, zeigte bereits unsere Informationsveranstaltung zur Krisenvorsorge im März in der Stadthalle. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger nutzten damals die Gelegenheit, sich über Versorgungssicherheit und das richtige Verhalten bei Stromausfällen zu informieren.
Diesen Dialog wollen wir fortsetzen. Denn eine widerstandsfähige Stadt braucht nicht nur gute Einsatzpläne, sondern auch Menschen, die informiert sind, Verantwortung übernehmen und füreinander da sind.
Gemeinsam stark: Land, Polizei, Feuerwehr und Bürgerschaft
Dass Baunatal mit seinem Engagement auf dem richtigen Weg ist, unterstrich auch Hessens Innenminister Roman Poseck bei seinem Besuch.
„Baunatal zeigt, wie vorausschauende Sicherheitsvorsorge vor Ort mit Leben gefüllt werden kann“, lobte der Minister und würdigte insbesondere die bereits bestehenden Präventionsmaßnahmen sowie die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren.
Auch Polizeipräsident Marco Bärtl begrüßte die Aufnahme Baunatals in das Landesprogramm ausdrücklich: „Sicherheit gelingt am besten gemeinsam mit der Stadt, der Polizei und vor allem mit den Menschen vor Ort.“
Gerade diese Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg. KOMPASS ist kein fertiges Konzept, das einfach über eine Stadt gestülpt wird. Es ist ein gemeinsamer Prozess, bei dem lokale Erfahrungen, fachliches Wissen und die Anliegen der Bevölkerung zusammenkommen.
Innerhalb der Stadtverwaltung übernehmen dabei zwei Menschen eine besondere Verantwortung: Ordnungsamtsleiterin Agnes Jojko ist zentrale Ansprechpartnerin für KOMPASS Sicherheit. Stadtbrandinspektor Ralf Seitz koordiniert als Resilienzbeauftragter die Umsetzung von KOMPASS Resilienz.
Bürgermeister Henry Richter dankte beiden beim Festakt ausdrücklich für ihren Einsatz und ihr persönliches Engagement. Sein Dank galt ebenso den zahlreichen haupt- und ehrenamtlich Engagierten, die täglich dazu beitragen, dass Baunatal eine lebenswerte Stadt ist und bleibt.
Die Schilder sind da. Jetzt geht der Weg weiter!
Mit der feierlichen Übergabe der beiden Begrüßungsschilder ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Doch das ist erst der Anfang.
In den kommenden Monaten und Jahren geht es darum, aus Erkenntnissen konkrete Verbesserungen zu machen, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und gemeinsam nachhaltige Lösungen für Baunatal zu finden.
Das eigentliche KOMPASS-Sicherheitssiegel und das KOMPASS-Resilienz-Siegel können später folgen, wenn die jeweiligen Anforderungen der Landesprogramme erfüllt und entsprechende Maßnahmen nachgewiesen sind. Entscheidend ist dabei aber nicht die Auszeichnung an sich, sondern das, was sie für die Menschen in unserer Stadt bedeutet.
Für Bürgermeister Henry Richter steht deshalb auch fest, dass Vorsorge und Prävention ihren Wert haben. Bei allen notwendigen Überlegungen zu den öffentlichen Finanzen gilt für ihn ein Grundsatz, der ihn seit vielen Jahren begleitet:
„An der Sicherheit darf man nicht sparen.“
Und auch unsere Bürgerinnen und Bürger sind gefragt. Ihre Erfahrungen, Ideen und Hinweise sind wichtig, wenn wir unsere Stadt gemeinsam weiterentwickeln wollen. Deshalb wird die Beteiligung der Bevölkerung ein zentraler Bestandteil des weiteren KOMPASS-Prozesses sein.
Denn am Ende geht es bei beiden Programmen um weit mehr als um Sicherheitsschilder, Konzepte oder Statistiken.
Es geht um das Vertrauen, dass Kinder sicher aufwachsen können. Dass ältere Menschen selbstbestimmt am Leben in unserer Stadt teilhaben. Dass wir uns auf unsere Einsatzkräfte verlassen können. Und dass wir auch dann zusammenstehen, wenn es einmal schwierig wird.
Oder wie Bürgermeister Henry Richter es in seiner Rede auf den Punkt brachte:
„Baunatal soll eine Stadt bleiben, in der die Menschen gerne leben, sich sicher fühlen und darauf vertrauen können, dass wir auch in schwierigen Zeiten füreinander einstehen.“
Genau daran arbeiten wir. Gemeinsam. Für ein sicheres, starkes und lebenswertes Baunatal – heute, morgen und in Zukunft.
Weitere Informationen zur Sicherheitsinitiative KOMPASS bietet die Stadt Baunatal unter www.baunatal.de/de/rathaus/ihre-stadt/kompass/.
Text & Foto (V.i.S.d.P)
Stadt Baunatal vertreten durch den Magistrat
Marktplatz 14, 34225 Baunatal
Telefon: 05 61 / 49 92 -0
https://www.baunatal.de
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